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Ein Wald ist ein in Schichten aufgebautes Ökosystem, das dauerhaft mit Gehölzen wie Bäumen bewachsen ist. Die Food and Agriculture Organization spricht von Wald, wenn die Bäume in winterkalten Gebieten mindestens drei, im gemäßigten Klima mindestens sieben Meter hoch sind. Der bewirtschaftete Wald heißt Forst.
Die Waldfläche in Deutschland beträgt nach der zweiten
Bundeswaldinventur 11.075.798 Hektar, entsprechend 31 % der
Staatsfläche. Davon sind rund 44 % Privatwald, 32 % Staatswald (29 %
Landeswald und 3 % Bundeswald), 19 % Körperschaftswald und 5 %
Treuhandwald. Dieser vergleichsweise hohe Waldanteil ist den
Aufforstungsbemühungen hauptsächlich des 19. Jahrhunderts zu verdanken.
Die Waldfläche wächst weiter, in den letzten 15 Jahren um
durchschnittlich 3.500 ha/a. Im Vergleich zur Waldfläche sind 25 %
Deutschlands der Siedlungsfläche zuzurechnen, davon sind 50 %
vollständig versiegelt (täglich um 129 ha oder 47.000 ha/a zunehmend).
Dadurch werden jährlich rund 3.500 ha Wald zerstört. Die Zunahme der
Waldfläche ergibt sich durch Aufforstungen (hauptsächlich von
landwirtschaftlichen Flächen) und die sukzessive Bewaldung
degenerierter Moorstandorte.
Deutschland ist damit dennoch wieder eines der waldreichsten Länder in
der EU. Dies gelang unter anderem durch die Entwicklung der
Forstwirtschaft.
Allerdings weicht die Baumartenzusammensetzung erheblich von der
potentiell natürlichen Zusammensetzung ab. Von Natur aus wären 67 % der
Landfläche Deutschlands von Buchenmischwäldern, 21 % von
Eichenmischwäldern, 9 % von Auwäldern oder feuchten Niederungswäldern,
2 % von Bruchwäldern und 1 % von reinen Nadelwäldern bedeckt (Meister
u. Offenberger, Zeit des Waldes, S. 36, s. u. Literatur). Die jetzige
Baumartenverteilung liegt bei 14,8 % Buchen, 9,6 % Eichen, 15,7 %
anderer Laubbäume, 28,2 % Fichten, 1,5 % Tannen, 23,3 % Kiefern und 4,5
% anderer Nadelbäume (2. Bundeswaldinventur, s. u.). Der große Anteil
von Fichte und Kiefer liegt in den forstwirtschaftlichen Praktiken der
letzten 150 Jahre begründet: Diese Baumarten sind schnellwüchsig und
anspruchslos und damit zur Aufforstung von degenerierten Standorten wie
Heiden, trockengelegte Moore und übernutzte Niederwälder insbesondere
im 19. Jahrhundert verwendet worden. Andererseits leiden besonders
Fichtenbestände unter Wind- und Schneewurf sowie Insektenschäden (z. B.
durch Borkenkäfer) und führen zu einer Versauerung der Böden.
Da Fichten und Kiefern relativ unempfindlich gegen Wildverbiss sind
(meist ist eine Umzäunung der Jungkulturen nicht nötig) und vielerorts
die relativ hohen Schalenwilddichten das Aufkommen von stärker
verbissgefährdeten Laubbäumen und Tannen verhindern, fällt es der
Forstwirtschaft schwer, den hohen Fichten- und Kiefernanteil der
deutschen Wälder zu senken.
Bezüglich des Holzvorrates je Fläche liegt Deutschland mit 319,9 m³/ha
im europäischen Vergleich an dritter Stelle. Mit 3,38 Mrd. m³ weist
Deutschland den größten absoluten Holzvorrat in Europa auf (Schweden
2,93 Mrd. m³; Frankreich 2,98 Mrd. m³; Finnland 1,94 Mrd. m³).
Folgende deutsche Wälder haben wir für Sie näher beschrieben.
- Schwarzwald
- Thüringer Wald
- Odenwald
- Teutoburger Wald
- Bayerischer Wald
- Spreewald
- Westerwald
- Pfälzerwald
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